1996-Negerdorf

Triviale Tropen(*)
{"Materialien zum 9. Internationalen Filmhistorischen Kongreß",
Hamburg, 1996}

Kongo-ExpressIn wenigen Stunden hat sich in der Lüneburger Heide bei Celle allerlei getan. Afrikanische Buschmänner und weiße Ingenieure haben sich für längere Zeit in Offensen niedergelassen. Die Ufa hat einen Vortrupp entsandt, um die Außenaufnahmen für den Film KONGO-EXPRESS vorzubereiten.

Sind die Neger echt? - Diese Frage ist von den braven Heidjern, den Bauern in Offensen, gestellt worden. Sie konnten es nicht glauben, daß die Neger echt waren, und befürchteten, daß die Farbe auf ihre Bettbezüge abfärben könnte. Deshalb war es zu Anfang ein wenig schwierig, für die seltenen Gäste Quartier zu bekommen. Sie haben sich dann aber überzeugen lassen, daß die Farbe nicht abzuwischen sei und waren beruhigt.

Mit Hauruck sind die Ufamänner dann an die Arbeit gegangen und haben das Negerdorf "Momdombe" aufgebaut - einen typisch afrikanischen Negerkral, wie er ebensogut in der Nähe des Äquators stehen könnte. Um für die Aufnahmen den fechten Hintergrund zu schaffen, hat man sogar sechzig Palmen herangebracht, hat Busch und Sand etwas afrikanisiert.

Außerdem hat man ein echtes, afrikanisches Bahnhofsgebäude im Kolonialstil errichtet. Zwei andere Gebäude hat man mit Schilf- und Strohmatten afrikanisiert.

(*) Anmerkung der Redaktion: Kulissen für Kongo-Express, Regie: Eduard von Borsody, in: Film-Kurier, Nr. 194, 22.08.1939

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Weihnachtsmarkt in Eicklingen
am 17. Dezember

Vortrag im November:
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