Heimatverein Altes Amt Eicklingen

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„Gehst du in den Krug, wirst du klug!“

Anfang 2020, im letzten Vortrag des Heimatvereins vor der langen Corona-Pause, stellte Erhard Köneke die Flurnamen der Gemarkung Eicklingen vor; dabei war auf einer Karte von 1839 „Rheinfels Krug“ zu lesen. Der „Thölken Krug“ in Richtung Celle ist heute nicht nur jedem Eicklinger als „Schneider“ bekannt. Aber ein „Rheinfels Krug“ zwischen Eicklingen und Bröckel? Total unbekannt. Obwohl: Wenn in der einen Richtung eine Gaststätte zur Einkehr einlud, warum nicht auch eine in anderer Richtung? Damals waren die Wege – gefühlt – erheblich länger als heute. Hatte man doch nur ein bis zwei Pferdestärken zu Verfügung. Oder nicht mal das, sondern nur „Schusters Rappen“, die eigenen Füße also. Da schien eine weitere Gaststätte auf der neuen Chaussee zwischen Eicklingen und Braunschweig durchaus sinnvoll. Bei der Pause im Krug traf man auch andere Reisende. Was so in der Welt und in den Dörfern verhandelt wurde, erfuhr man hier. Sprichwörtlich: „Gehst du in den Krug, wirst du klug!“ Ein neuer Krug vor Bröckel schien eine einträgliche Geschäftsidee, aber wer hatte sie? Anfang des 19. Jahrhunderts, Epoche der Romantik, war der Rhein ein allgemeiner Sehnsuchtsort. Lässt uns Loreley auf ihrem Rheinfels grüßen? Hübsche Idee für die neue Gaststätte. Aber sie ist falsch. Inzwischen stellte sich heraus, der Krüger hieß wirklich Rheinfels. Hilfreich war dabei die Familiendatenbank Celle Süd-Ost (Autor: Hans-Jürgen Oelker) im Internet. Der Gastwirt Otto Heinrich Rheinfels, um 1775 in Klein Eicklingen geboren, war verheiratet mit Catharine Marie Schaer aus Abbensen und hatte zwei Kinder. Rheinfels‘ Sohn Heinrich Wilhelm (um 1813-?) war ebenfalls Gastwirt. Mit seiner aus Uetze stammenden Frau Johanna Louise Dorothea Bödecker hatte er drei Töchter und zwei Söhne. Vermutlich haben diese die Familientradition nicht fortgesetzt. Wann und warum der „Rheinfels Krug“ verschwunden ist, ist unbekannt. In dem kleinen Wäldchen zwischen Eicklingen und Bröckel fällt eine aufgewühlt wirkende, inzwischen aber längst wieder bewachsene Stelle auf, die als Standort des verschwundenen Krugs infrage kommt. Eine andere Frage wirft Wilhelm Köneke in seiner Chronik „Eicklingen, ein Lese- und Nachschlagebuch“ (1991) auf. Er schreibt auf Seite 347: „In der Gemeinderechnung von 1823 wird auch ein Gastwirt Rheinfels genannt, dessen Nachfolger der Gastwirt Greite wurde. Der verkaufte das Haus im Jahre 1892 an den Ziegeleibesitzer Meyer, genannt ‚der Ziegelmeyer‘. Der Gasthof lag an der Braunschweiger Straße.“ Gemeint ist allerdings nicht der auf der Karte verzeichnete Krug, sondern die heutige Hausnummer 69 gegenüber der Einmündung Breslauer Straße.
(sff)

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