2005-Dorfbrunnenbau

Geschafft: Es gibt wieder einen "Dorfbrunnen"!

An der Straße "Zum Dorfbrunnen" steht nun wieder ein Brunnen. Der alte musste bekanntlich Anfang der 60-er Jahre dem Neubau des Groß Eicklinger Feuerwehrhauses weichen. Nun, da die Sanierung des Amtshofs 2004/2005 endlich angegriffen und auch die Neugestaltung der angrenzenden Straßenstücke geplant wurde, entschloss sich der Heimatverein, für einen neuen Dorfbrunnen zu sorgen. Seit vergangenen Sonntag(*) steht er praktisch. Lediglich das letzte Stück - die im Viereck auf den Brunnenelementen aufzustellenden Sandsteinplatten - fehlen noch. Zwei der Platten liegen bereits im Steinbruch bereit, die beiden anderen müssen noch aus dem Fels gesägt werden.

Der neue Brunnen ist in Eigenarbeit des Heimatvereins entstanden. Seit Monaten haben in der Scheune und auf dem Hof von Erhard Köneke mehrere Mitglieder und Freunde des Vereins ihr Fachwissen (die meisten sind "vom Bau") eingebracht und kräftig zugepackt. Fünf Verschalungen waren zu konstruieren, für die fünf, jeweils 56 Zentimeter hohen Brunnenelemente - von "Ringen" kann man ja nicht sprechen, da der Brunnen historischen Vorbildern folgend quadratisch ist. Die Elemente wurden in Etappen gegossen.

Zwischendurch wurde eine stabile Eiche mit geeigneter Astgabel geschlagen, und eine schlanke Eiche samt Wurzel als Wippe ausgegraben. Beides ruhte und trocknete auf dem Hof Köneke, bis in der vergangenen Woche die Arbeitsgruppe die Konstruktion vorbereitete und schon mal testete: Auf grüner Wiese wurde der Stamm eingegraben, auf die richtige Länge (3,5 Meter über der Erde) gebracht, Löcher gebohrt, und die gut neun Meter lange Wippe mittels Wassereimer ausgependelt. Es hat bestens geklappt. Die Traktoren von Karl-Heinz Markgraf und Erhard Köneke waren dabei als "Transport-, Hub- und Kranwagen" wichtige, unverzichtbare Hilfmittel!

Am vergangenen Freitag wurde das über drei Meter tiefe Brunnenloch ausgehoben. Die Trecker konnten mit den Brunnenelementen anrollen und sie hinablassen. Mit Lot und Wasserwaage kam alles in die richtige Richtung. Allerdings mussten mit einer kurzstieligen Schaufel noch unzählige Eimer voll Schlick gefüllt und heraufgehievt werden. Das Grundwasser ist mittlerweile lachgelaufen, im 3,70 tiefen Schacht des neuen Dorfbrunnens steht das Wasser fast einen Meter hoch.

Um die Bauarbeiten im Straßendreieck Mühlenweg-Amtshofstraße-"Zum Dorfbrunnen" nicht zu stören, stellte die Arbeitsgruppe schon am Wochenende den auf vier Eisenfüßen stehenden Eichenstamm auf und hing die Wippe ein. Dazu wurde ein Baugerüst aufgestellt. Das ganze wurde fixiert und anschließend der 80 mal 80 Zentimerter große Sockel gegossen. Der Brunnen hat ein lichtes Maß von 1 x 1 Meter und ist auch künftig aus Sicherheitsgründen mit einem Eisengitter (und derzeit noch mit einer beschwerten Holzplatte) abgedeckt.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger befindet sich der neue Dorfbrunnen am anderen Ende der kleinen Anliegerstraße "Zum Dorfbrunnen". Dort allerdings direkt dem Amtshof gegenüber, kaum mehr als durch den Mühlenweg vom alten Amtssitz getrennt. Das macht Sinn, bestätigt den Straßennamen auch optisch, und kann dazu beitragen, dass sich hier wieder ein Dorfmittelpunkt entwickelt.

Der neue Dorfbrunnen wird zum Tag des Offenen Denkmals und zur Eröffnung des Amtshofs erstmals in Betrieb genommen. Näheres dazu wird noch mitgeteilt.

Der letzte große Kraftakt für den neuen Dorfbrunnen fand am Sonnabend, 20. August, statt, alle Mitglieder der Arbeitsgruppe packten nochmals fest an. Mit einem Traktor wurden die vier schweren Wesersandstein-Platten vom Hofe Köneke geholt, auf das Fundament gestellt und miteinander verklebt. Gleichzeitig wurde auch der Fuß des Gabelbaums vollendet und dessen Stützen mit Kupferplatten bedeckt.

Als der Brunnen nach Stunden sowohl schwerer als auch komplizierter Arbeit stand, wurde eine Stange mit Haken und Eimer an den Schwingbaum gehängt. Generalprobe: Am Sonnabend, 11.34 Uhr, wurde das erste Mal Wasser aus dem neuen Dorfbrunnen geholt. Er funktioniert!

Die Anlage wird in diesen Tagen endgültig gestaltet; am Sonnabend wurde aber schon mal etwas Mutterboden herangekarrt und ein Tritt - ebenfalls Sandstein - angelegt. Vorsorglich wird der neue Dorfbrunnen künftig mit einer schweren Eichenplatte abgedeckt sein.

Übrigens haben schon etliche Eicklinger die Finanzierung des Dorfbrunnens mit Spenden unterstützt. Bezahlt ist er noch nicht, der Heimatverein freut sich also über weitere Zuwendungen.

Es soll zur Eröffnung von Amtshof und Dorfbrunnen am 10./11. September eine Broschüre erscheinen, in der die (bis zum Redaktionsschluss gekannten) Spender auch namentlich erwähnt werden.


[sff] 

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