Heimatverein Altes Amt Eicklingen

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Naturerlebnis Bauernmoor und Wassermühle

Die diesjährige Tagesfahrt führte den Heimatverein „Altes Amt Eicklingen“ am 10.September nach Sittensen in den Landkreis Rotenburg.

Erste Station für die 54 Teilnehmerinnen und Teilnehmer war das Tister Bauernmoor. Gezogen von einer kleinen 10PS starken 1-Zylinder-Diesellok durchquerten wir auf einer 4,5km langen Moorbahnstrecke einen Teil des heute 570ha großen Naturschutzgebietes. Unterwegs erhielten wir von Lokführer Günter auf amüsante Weise viele Informationen rund um das Moor. Ab dem 18. Jahrhundert wurden die Flächen systematisch entwässert und landwirtschaftlich genutzt. Das anfängliche „Torfgraben für den Eigenbedarf“ entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem industriellen Torfabbau mit erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für die Region. In den 1930er Jahren verrichteten hier ca. 120 Beschäftigte auf 300 ha Abbaufläche ihre mühevolle Arbeit. Dünge- und Feuchttorf wurde von hier bis nach Saudi-Arabien transportiert. Im Jahr 1999 wurde der maschinelle Abbau eingestellt und es begann auf Betreiben des Landkreises Rotenburg die Wiedervernässung und somit Regenerierung des Hochmoores. Im Herbst jeden Jahres wird das Bauernmoor zum „Vogelmoor", wenn bis zu 20.000 Kraniche die seichten Wasserflächen zur Rast aufsuchen. Leider bleibt der trockene Sommer auch hier grad nicht ohne Wirkung: der Wasserstand ist bis zu einem dreiviertel Meter gesunken.

Durch den Erhalt der alten Moorbahn und durch das Anlegen von Wanderwegen mit Informationspunkten macht der Moorbahnverein Burgsittensen das Tister Bauernmoor für alle zugänglich: zu einem Ausflug in eine beeindruckende Landschaft voller Ruhe!

Nach dem Mittagessen im Moorbahncafé ging es dann für die Eicklinger weiter nach Sittensen, wo Gemeinde und Heimatverein gemeinsam das dortige Handwerkermuseum betreiben. Am Flusslauf der Oste wurden in einer denkmalgeschützten Wassermühle aus dem 16. Jahrhundert originalgetreu inszenierte Werkstätten hergerichtet. Vom Apotheker bis zum Uhrmacher ist durch unzählige Exponate Wissenswertes über fast vergessene Handwerkstechniken und -traditionen zu erfahren. Aber nicht nur Leben und Arbeit unserer Vorfahren werden hier vermittelt; das historische Ambiente des Mühlenraums wird als Trauzimmer genutzt.

Im nah gelegenen Heimathaus, einem Zweiständer-Fachwerkhaus, das aus zwei alten Gebäuden neu errichtet wurde und heute vorwiegend den örtlichen Vereinen für Veranstaltungen zur Verfügung steht, ist eine umfangreiche Ausstellung über das bäuerliche Leben vergangener Zeiten zu bewundern. Dazu gehört dann auch die Tracht, in der uns die beiden Gästeführerinnen über alle Stationen begleiteten: eine Arbeitstracht mit einem aus bemerkenswerten 6m langem Stoff bestehenden Faltenrock.

(wb)

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