Heimatverein Altes Amt Eicklingen

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Unsere nächste Veranstaltung: Radtour am 15. Oktober!


Die Glocke für das Amtsstubenhaus ist gegossen

Bis das Ensemble Glocke, Uhrwerk, Ziffernblatt und Schlaghammer komplett ist und nach Eicklingen kommt, dürfte es Oktober werden, hieß es jetzt in der Glockengießerei Rincker in Sinn (Hessen). Am vergangen Freitag wurde im ersten Schritt schon mal die Glocke gegossen. Uhr und Ziffernblatt stellt demnächst eine Zweigfirma Rinckers in Hamburg her. Nach historischem Vorbild mit römischen Ziffern und einem Hammer, der die vollen Stunden anschlägt. Der Nachguss wird wie sein Vorbild über dem Amtsstubenhaus hängen, nicht schwingen. Das Kloster hat seine Kopie von Rincker bereits erhalten und ausgestellt. Sie ist im Internet unter Aktuelles – „Unsere älteste Glocke erklingt wieder“ – zu sehen und auch zu hören auf der Seite kloster-wienhausen.de. Sie klingt schön!

Kurz zur Erinnerung: Das leider zerbrochene mittelalterliche Original ist eine der ältesten Glocken Norddeutschlands. Zunächst verschollen, wurde sie im Zug der Amtshaus-Renovierung 2005 wiedergefunden und später von der Eigentümerin Heidrun Müller dem Kloster übereignet. Denn da stammte die mit einem frommen Spruch versehene Glocke ursprünglich auch her. Da sie dort irgendwann nicht mehr benötigt worden war, hatte sie zu einem unbekannten Zeitpunkt ihren Weg als Gerichtsglocke in den Dachreiter des Amtsstubenhauses gefunden – bis sie vor rund 70 Jahren herunterstürzte und in drei Teile zerbrach.

Das 1590 gegründete hessische Traditionsunternehmen gießt nicht nur Glocken, sondern ist auch in der Kunst unterwegs. Überraschung: Im Gespräch erklärte der Firmeninhaber Hanns Martin Rincker dem Laien, dass die beiden Repliken für Wienhausen und Eicklingen keine Glocken-, sondern Kunstgüsse seien. Warum? Glockenguss bedeute glatte Oberfläche, hier habe man es aber mit einer alten Glocke mit Unebenheiten und rustikalerem Aussehen zu tun. Der Guss der Eicklinger Glocke dauerte übrigens keine fünf Minuten. Die in Spezialsand eingepackte Form war nicht zu sehen, nur drei Löcher, das Eingussloch sowie zwei „Windpfeifen“, aus denen Luft, Gase und Qualm entweichen konnten. Das kurze Spektakel erinnerte an einen Lavastrom im Miniaturformat. Die kleine Glocke wiegt, wenn sie ausgekühlt und endbehandelt ist, etwa 60 Kilogramm.

Meist kleiner sind andere Kunstwerke aus dem Hause Rincker, der seit der Übernahme einer bayrischer Gießerei nun sogar – ja was wohl – Kuhglocken produziert. „Die sind sehr gefragt“, freut sich Hanns Martin Rincker. Ein besonderes Unikat hingegen ist eine sorgfältig für den Transport verpackte mannshohe Figur, die eigentlich schon seit 2020 lässig am schmiedeeisernen Brückengeländer über dem Flüsschen Usa in Bad Nauheim lehnen sollte. Der dargestellte 24 Jahre alte Soldat ist niemand anderes als Elvis Presley. Der „King of Pop“ diente vor langer Zeit in Bad Nauheim. Nun steht „Elvis in Bronze“ (unverpackt siehe www.rincker.de und YouTube) seit Monaten in der Werkhalle in Sinn. Der Grund: Corona verhinderte bisher die große Elvis-Feier an der Usa. Möglich, das die Eicklinger Glocke schneller ihren Bestimmungsort erreicht…

(sff)

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