Tag der offenen Tür

"Bewahren, was wertvoll ist – erneuern, was nötig ist“

Tag der offenen Tür mit Glockenweihe am Eicklinger Amtsstubenhaus

Seit September 2021 steht das frisch renovierte Amtsstubenhaus aus dem 17. Jahrhundert den Eicklinger Vereinen und Verbänden als „Haus der Vereine“ zur Verfügung. Der Heimatverein konnte hier mittlerweile den ihm zugedachten Raum beziehen und diesen bereits mit vielen Exponaten zur Eicklinger Geschichte füllen; wie zum Beispiel mit einem Modell des Amtshofgeländes, das den Gebäudebestand um 1750 wiedergibt. Auch ein besonderer Schatz, ein Ledereinband aus dem Jahr 1743 mit einer „Gesetzessammlung zu Polizeisachen“, ist dort zu finden.

Was bislang aber immer noch fehlte, war die Vervollständigung des leeren Dachreiters mit einer Glocke und der Turmuhr. So, wie es ursprünglich einmal war. Die ehemalige Glocke aus dem 12. bis 13. Jahrhundert galt seit Beginn des zweiten Weltkrieges als verschollen, wurde dann aber im Jahr 2004 unweit des Amtshofes stark beschädig aufgefunden und dem Kloster Wienhausen übertragen. Der Heimatverein nahm sich schließlich der Sache an und sorgte dafür, dass mit einem Nachguss der Glocke und der Herstellung einer neuen Turmuhr alles wieder komplettiert wurde.

Durchführbar wurde diese Baumaßnahme im Wert von 21.000,-€ dank eines großzügigen Zuschusses in Höhe von 80% der Herstellungskosten von der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland. Hierfür konnte sich nun der 1. Vorsitzende Erhard Köneke im Rahmen des „Tages der offenen Tür“ vor 250 Gästen und Mitwirkenden persönlich bei den Vertretern der Volksbank Südheide – Isenhagener Land – Altmark, Bärbel Bruns und Jens-Martin Laukmichel, bedanken.

Im Rahmen der Glockenweihe, die durch das Jagdhornbläsercorps der Jägerschaft des Landkreises Celle musikalisch untermalt wurde, erinnerte Pastor Ingo Krahn daran, dass Glockenklang immer auch ein Zeitzeichen ist: „Alle Zeit der Welt liegt in Gottes Händen.“

Künftig wird die Glocke des Amtsstubenhauses täglich um 9.00 Uhr und um 15.00 Uhr anschlagen, um den Eicklingern die Zeit zu verkünden.

Die Geschichte, das Leben und Arbeiten rund um dieses historische Gebäude, kann jetzt in einem weiteren Band der Schriftenreihe des Heimatvereins mit dem Titel „Das Amtsstubenhaus – Geschichte und Sanierung“ nachgelesen werden. Hier hat Dietrich Schmidtsdorff nach intensiver Recherche, schriftstellerischer und redaktioneller Arbeit in den vergangenen drei Jahren auf 116 DIN-A4-Seiten ein umfassendes Werk zusammengetragen, dessen textliche Inhalte anschaulich mit vielen grafischen Darstellungen und Bildern ergänzt werden. Schmidtsdorff betonte bei der Vorstellung des Buches, dass hier stets der Mensch im Mittelpunkt steht.

Die Schrift kann für 10,-€ beim Heimatverein erworben werden und ist bereits der 7. Band in der Schriftenreihe des Heimatvereins „Altes Amt Eicklingen“.

In seinen Grußworten dankte Eicklingens Bürgermeister Jörn Schepelmann allen Beteiligten, insbesondere dem Heimatverein mit seinen vielen unermüdlichen Helferinnen und Helfern, für deren Arbeiten rund um das Haus: „Somit ist unsere Dorfgeschichte wiederhergestellt“.

Die Grüße des Landkreises überbrachte die stellvertretende Landrätin Kirsten Lühmann, die in diesem Zuge aber auch ermahnte: „Altes erhalten und sehen bedeutet dabei auch, sich stets gesellschaftlich weiterzuentwickeln“.

Den musikalischen Rahmen zur Veranstaltung gaben die Männerchorgemeinschaft Eicklingen/Wienhausen und der Frauensingkreis Eicklingen mit einigen Kostproben aus ihrem vielfältigen Repertoire.

Bei „Oh Susanna“ und der „Sternpolka“ wurde die Volkstanzgruppe des Heimatvereins erstmals live von der Big Band der Oberschule Flotwedel begleitet. Ein erstes kleines gemeinsames Projekt, das künftig noch ausgebaut werden soll. Anschließend spielten die Musiker zu einem schwungvollen Konzert auf.

Zum Abschluss des „Tages der offenen Tür am Amtsstubenhaus“ kam dann nochmals das Jagdhornbläsercorps zum Einsatz. Bei „Kein schöner Land in dieser Zeit“ stimmten alle Anwesenden gesanglich mit ein.

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(wb)