Salz im Aller-Fuhsetal

Wir leben auf einem 4.000 Meter mächtigen Salzstock

Wie das Salz im Aller-Fuhsetal bis vor wenigen Jahren abgebaut wurde und wie es diesen Raum dann verließ, das ist vielen bekannt. Aber… wie ist es denn eigentlich dorthin gekommen…?

Zur Klärung dieser Frage war kürzlich Dr. Michael Kosinowski im Rahmen der Vortragsreihen beim Heimatverein Eicklingen zu Gast. Im Gasthaus Schumacher hatte der Geologe und ehemalige Abteilungsleiter und Vizepräsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eine Menge Wissenswertes zu berichten.
 
Nachdem Heimatvereinsvorsitzender Erhard Köneke in seinen einführenden Worten auf die wirtschaftliche Bedeutung des Salzes, insbesondere als Pflanzennährstoff, hinwies, führte Dr. Kosinowski die Zuhörenden im Anschluss mit einem kleinen Film erstmal 260 Mio. Jahre zurück in die Zeit des Zechsteinmeeres. Einem Binnenmeer, welches sich damals mit einer Fläche von ca. einer Million Quadratkilometern über den heutigen nördlichen und mitteleuropäischen Raum erstreckte. Aufgrund der hohen Verdunstung infolge des damals sehr trockenen und warmen Klimas fielen nach und nach im Laufe vieler Millionen Jahre die verschiedenen Salze entsprechend ihrer Löslichkeit aus dem Meerwasser aus und sind seither schichtweise vorzufinden. Ganz unten die schwer löslichen Karbonate (Kalkstein), in der Folge dann Gips, Natriumchlorid und oben drauf die Kalium- und Magnesiumchloride und -sulfate, die wir heute als Kalisalze bezeichnen.

Vor ca. 60 Millionen Jahren wurden diese Salzschichten dann aufgrund plattentektonischer Verschiebungen mit Gesteinsschichten aus Gebirgsabtragungen überlagert. In dabei entstandene schwächere Zonen der Erdoberfläche floss das Salz hinein und stieg oftmals pilzförmig bis knapp unter der Oberfläche zu den heutigen Salzstöcken empor.

So geschehen auch bei den beiden Salzstöcken unserer Region mit Wathlingen und Wienhausen, wo das Salz bereits in ca. 25m Tiefe anzutreffen ist und dann in einer Mächtigkeit von bis zu 4.000m ansteht. Die oberen ca. 1.500m allein als Kali- bzw. Steinsalz. So gilt der seit 1997 nicht mehr in Betrieb befindliche Schacht „Riedel“ im Salzstock Wathlingen mit 1.525m Abbautiefe als tiefstes Kaliwerk der Welt. Auch wenn in Riedel nichts mehr läuft… deutschlandweit werden täglich 20.000 Tonnen Steinsalz verarbeitet. Einem Rohstoff, dessen Vorräte unerschöpflich erscheinen.

(wb)