Radtour zur NABK

„Weiß ist die neue Farbe für den Katastrophenschutz“

Heimatverein Eicklingen auf Besichtigungstour bei der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz

Geführt von ihrem Vorsitzenden Erhard Köneke machten sich am Freitag, den 13.Mai 35 Mitglieder und Freunde des Heimatvereins „Altes Amt Eicklingen“ mit dem Fahrrad auf zur Besichtigungstour bei der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) in Scheuen. Weitere 8 Teilnehmer kamen am Zielort per Pkw hinzu.

Vermittelt und mitorganisiert wurde die Veranstaltung durch das Heimatvereinsmitglied Horst Sebastian, der als ehemaliger Abteilungsleiter in der NABK selber noch etliches aus seinem Fachwissen beitragen konnte.

Vor Ort wurde die Gruppe dann per Fahrrad durch Bianca Meyer geführt, die an der NABK unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Die NABK ist heute ein Teil des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) und den meisten noch mit seinen Standorten in Loy bei Oldenburg und Celle als Landesfeuerwehrschule bekannt. Die Einrichtung des Standortes in Scheuen begann im Jahr 2013 auf dem Gelände der ehemaligen Freiherr-von-Fritsch-Kaserne. Seither wird der Übungsbetrieb durch vielfältige Baumaßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur begleitet, so dass auf dem ca. 90 Hektar großen Gelände mittlerweile beste Bedingungen für die technische und Führungsausbildung der Feuerwehrangehörigen im Land Niedersachsen gegeben sind. Bis ca. 2027 soll für 75 Mio. Euro mit einem weiteren Baustein zum Technikzentrum Niedersachsen eines der modernsten und größten Ausbildungszentren Deutschlands entstehen.
Unter anderem findet man hier bereits Übungsobjekte in Form einer Geschäftezeile, eines Kindergartens und sogar ein Krankenhaus, um so unter realen Bedingungen ausbilden zu können. Alles liebevoll eingerichtet von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der NABK. Damit der Übungsort zur Darstellung verschiedener Szenarien auch angesprochen werden kann, wurde hier mit Bezug auf die vermutlich im Jahr 1292 in einer Feuersbrunst versunkene Vorgängerstadt Celles das Übungsdorf „Neu-Tsellis im Landkreis Feuerland“ gegründet.

Von den landesweit 350 Lehrgangsplätzen werden wöchentlich in Celle insgesamt 260, davon am Standort Scheuen 80 Plätze im Internatsbetrieb mit Vollverpflegung beschult, hier betreut von ca. 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der NABK.
Neben dem Ausbildungsbetrieb werden in Scheuen Spezialgeräte vorgehalten, die in Katastrophenfällen deutschlandweit zum Einsatz kommen und dort von den örtlichen Kräften bedient werden.

Im Zuge der Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen legt die NABK großen Wert auf Naturschutz und Nachhaltigkeit. Beim so genannten Fledermauskeller wurden nach dem Abriss eines maroden Kasernengebäudes die Kellerräume erhalten, weil sich hier mittlerweile Fledermäuse und Zauneidechsen ein Zuhause gesucht hatten. Die ehemalige Panzerwaschanlage wird erst seit dem Einbau spezieller Filter- und Schutzeinrichtungen zur Löschwasserentnahme genutzt, um den Kamm-Molch nicht zu gefährden. Und das neue Heizkraftwerk arbeitet ausschließlich mit Holzpellets.

Mit der zurzeit größten Baumaßnahme entsteht eine Lehrleitstelle, die im Katastrophenfall auch als „echte“ Leitstelle zum Einsatz kommen kann.

Gefüllt mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen machte sich die Truppe danach auf den Rückweg nach Eicklingen. Nach 42 Kilometern abwechslungsreicher Fahrradstrecke durch Felder und Wälder hatten sich alle Teilnehmer die abschließende Stärkung beim Grillen auf dem Hof Köneke redlich verdient.

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(wb)