Fahrradtour

Kernseife und alte Kittel im Haesler-Museum

Unsere Radtour zur Haesler-Siedlung war ein Ausflug ins Vorgestern. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts verschärften Weltkrieg und Wirtschaftskrisen die soziale Not, die es zu bekämpfen galt. Der Celler Architekt Otto Haesler (1889-1962) gehörte zu den bedeutendsten deutschen Reformern vor 1933. Er entwarf und baute zweckmäßige, wohldurchdachte Siedlungen, Häuser und Wohnungen. Heute noch strahlen sie eine erstaunliche Zeitlosigkeit und Klarheit aus. Am Galgenberg 13 unterhält die Otto-Haesler-Stiftung ein Museum, das in seiner Vielfalt überrascht. Man erfährt etwas über Waschtage und die Hausordnung in den Wohnblocks. Hier hängen Baupläne an der Wand, dort Kittel und Frauenkleider. In einer Ecke stehen Uralt-Fahrräder. Die Besuchergruppe nimmt auf Sesseln und Stühlen Platz, die viel aus vergangenen Epochen erzählen könnten. Kinderspielsachen im engen Kinderzimmer, schlichte Waschbecken und Kernseife in Bad – das war alles einmal sehr modern und bot in den 20er Jahren ärmeren Schichten einen geradezu paradiesischen Komfort. All das, was in der vollgestellten und -gehängten Küche mit dem viereckigen Spülstein, Kohleherd und einfachem Schrank angeschaut werden kann, ist in seiner Überfülle mehr museums- als alltagstypisch, zeigt aber unendlich viel vom Leben der Ur-Großeltern-Generation. Derart beeindruckt radelten die Teilnehmer zur gedeckten Kaffeetafel im „Allerkrug“, um danach einen Abstecher zur Getrudenkirche in Altencelle zu machen. Nach der Führung durch das Jahrhunderte alte Gotteshaus ging es zurück zum Grillabend auf Könekes Hof.

sff

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