Besuch im Landtag

Vom Hammelsprung zum Brauhaus-Schnitzel

Was heißt eigentlich: Plenum? Oder Hammelsprung? 50 Eicklinger erfuhren am 19. Oktober in Hannover ein wenig Nachhilfe in Sachen Volksvertretung. Die Landespolitiker hatten sitzungsfrei, Gelegenheit für den Heimatverein, sich gründlich im alten wie im neuen Plenarsaal umzuschauen und Fragen zu stellen. Sachkundig von einer Landtagsangestellten und von unserem Landtagsabgeordneten Jörn Schepelmann geführt gab es so manche Aha-Erkenntnis über Landespressekonferenzen, Wortmeldungen, Stenografen, Protokoll und Protokolle sowie Zwischen- und Ordnungsrufe. Zwei Fraktions- und Sitzungsräume wurden begutachtet.

Bei der SPD steht Willy Brand in Bronze in der Ecke und verweist mit erstarrter Handbewegung auf Visionen. Die CDU hütet die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler, die mit roten Ziffern gut 61 Milliarden Euro anzeigt. Im Moment ist sie angehalten, weil: „Wir bauen Schulden ab. Spürbar.“ Das steht so daneben, Aha. Schepelmann kommentierte befriedigt den eingeschlagenen Sparkurs, und erklärte den Besuchern die Sitzordnung in seiner CDU-Fraktion. Mit 32 ist er einer der jüngsten niedersächsischen Abgeordneten, hat sich in seinem ersten Jahr augenscheinlich aber schon gut eingearbeitet.

Die Eingangsfragen sind noch nicht beantwortet. Also: Plenum ist lateinisch und bedeutet Vollversammlung (oder so ähnlich). Der Hammelsprung ist eine Entlehnung aus Homers „Odyssee” und beschreibt das Prozedere bei Abstimmungen: Die Abgeordneten gehen durch Türen, über denen „Ja“, „Enthaltung“ oder „Nein“ steht. Dabei werden sie gezählt.

Bepackt mit diesem Wissen marschierten die Eicklinger zum nahegelegenen „Brauhaus Ernst August“. Dort stand, kurz vor der Heimfahrt, das „Brauhaus-Schnitzel“ und „Hannöversch“-Bier auf dem Tisch.

sff

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