Jahresfahrt im September

Wasser aus dem Untergrund
und Stroh auf dem Kopf

Vielleicht sollte man öfter spazieren gehen: Die Gebrüder Dörgeloh entdeckten 1909 auf einem Spaziergang reines Quellwasser, füllten in der Folgezeit das Wasser ab, und ließen ihr junges Unternehmen drei Jahre später ins Handelsregister eintragen.
Das war die Geburtsstunde von VILSA. Mittlerweile ist das Unternehmen in Bruchhausen-Vilsen der größte Mineralwasserabfüller Norddeutschlands. Bundesweit gehört VILSA zu den „Top Ten“ der Branche. Die Jahresfahrt des Heimatvereins führte in den Luftkurort mit der großen, modernen Fabrikanlage, in der rund 400 Beschäftigte täglich zweieinhalb Millionen Flaschen abfüllen und vermarkten. Die Reisegruppe sah einen informativen Film, in dem Inhaber Henning Rodekohr – seine Familie führt den von Dörgeloh kauften Betrieb schon seit vier Generationen – Modernisierung, Betriebsvergrößerungen, Produktionsweise und Firmenphilosophie erläuterte. Zur Philosophie gehört das Engagement für Natur, ablesbar an Hunderttausenden Euros für den WWF, zur Produktionsweise vollautomatisierte, digital gesteuerte Abfüllmaschinen. Letztere konnte bei der anschließenden Betriebsbesichtigung bestaunt werden. Sogar die PET-Flaschen stellt man selbst her. 80 Prozent der Flaschen enthalten Mineralwasser, knapp 20 Prozent Apfelschorle, der kleine Rest sogenannte „Spritzer“. Das sind, so der die Besuchergruppe führende Horst Brockmüller, Wasser mit Kirsch- oder anderen Geschmacksrichtungen.

Sind 30000 befüllte Flaschen pro Stunde rekordverdächtig, so stieß die Reisegruppe nach der Mittagspause im Restaurant Dillertal tatsächlich auf einen außerordentlichen Weltrekord. Im nahen Twistringen hängt seit dem Stadtjubiläum im Jahr 2000 der größte Strohhut der Welt. Dessen gigantische Maße von 4.80 Meter sogar den Segen des Guinness Buchs der Rekorde gefunden haben. Damit ist es amtlich, eine größere Kopfbedeckung aus Stroh gibt es nirgends. Mit dem Riesenhut könnte man fast eine Gondel in Venedig zudecken: Die Gondoliere tragen Strohhüte vom Typ „Kreissäge“, und genau dem entspricht das Twistringer Monster-Modell. Das seit einigen Jahren bestehende Museum für Strohverarbeitung hat freilich noch viel mehr zu bieten. Susanne Müller zeigte an der Spezialnähmaschine, wie ein Strohhut aus geflochtenen Strohbändern zusammengenäht wird, und Ursula Bellersen, wie man anno damals aus Strohresten Hülsen für Lose („Nieten“) herstellte. Das war das allerkleinste Produkt aus Heimarbeit am Küchentisch zu einer Zeit, als Strohhalme tatsächlich noch aus Stroh waren. Matratzen, Ummantelungen für Drainagerohre, Hülsen („Malotten“) für Weinflaschen, Dachdeckungen – alles ehemals aus dem Naturstoff Stroh! Aber heute noch: Hüte, Hüte, Hüte. Sie werden laufend im Museum hergestellt und sind preiswert zu erwerben. So endete der Tag im Verkaufsraum mit einer heiteren Modenschau und dieser Bericht mit dem Tipp: Das Strohverarbeitungsmuseum im Twistringer Kapellenweg 2 ist stets eine Reise wert!

sff

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