Von bissigen Schnecken und brechenden Brücken

Die Aller: Quelle in Eggenstedt, Mündung bei Verden, Gesamtlänge etwa 260 Kilometer, Nebenstrom der Weser und vor allem – etwas Lokalpatriotismus darf sein – Hauptstrom des Flotwedels. Und Hauptthema von BMW (Bernhard Meissner Wienhausen). Kenntnisreich wie kurzweilig plauderte der Chronist bei Schumacher über „seinen“ Fluss, der sich an Wienhausen vorbeischlängelt und mit Unterstützung des Mühlen- sowie Küchengrabens das Kloster einrahmt. Der Flussname lässt sich von der Erle ableiten, die Jahrtausende lang die Ufer säumte. Ob der 3,5-Millionen-Mark teure Bau des Allerwehres 1970, ob Vater und Sohn Schlüter, beide Schleusenwärter zwischen Offensen und Oppershausen, ob Brückenbau, Hochwasser, Verkoppelung, BMW weiß zu allen Themen etwas beizutragen. Hier ist mal ein Pferdefuhrwerk auf einer hölzernen Überführung durchgebrochen und ins Wasser gestürzt, dort hat jemand sein Schild „Vorsicht! bissige Schnecken“ angeschraubt, und irgendwo hat Meissner eine Nutria (Biberratte) aufgespürt. Nicht zu vergessen Wienhausens „Zentrale“: Zwischen 1909 und 1956 war die Klostergemeinde energietechnisch gesehen autark, als zwischen Trauinsel und Propsteibrücke eine Turbine mit Generator für Strom sorgte. An der Propsteibrücke befinden sich die Initialen Georgs V., der 1854 gemeinsam mit Königin Marie Wienhausen besuchte. Der Monarch war allerdings blind und musste sich alles schildern lassen. In die jüngste Zeit fällt der Neubau der Holzbrücke über den Mühlengraben. Nicht nur stabil, auch deutlich höher ist der Steg ausgefallen – damit sich die Enten bei Hochwasser nicht die Köpfe anstoßen…

sff

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