Besuch bei Agnes und Laurentiusa

Mit etwas Phantasie ist das vorstellbar: Eine Dorfschule mit Stall, Wohnung, Heuboden, Garten. Fehlt was? Ja, das Klassenzimmer. Ein Schulhaus aus dem Jahr 1849, zwischen Witwenhaus und Armenhaus. Die Jahreszahl steht an der Hausfront, unter den großen Frakturlettern „Heimatmuseum“. Schule und Nachbargebäude haben freilich längst andere Funktionen. Rund 50 Eicklinger waren am 20. Mai Gast in Nienhagen, und Gunter Heuer, Vorsitzender in der ehemaligen Schule, informierte die Teilnehmer der diesjährigen Radtour kenntnisreich und umfassend über die Geschichte seines Dorfes. Die im Plauderton dargestellte Historie reichte von A wie Agnes bis Z wie Zisterzienserkloster. Oder von Amtsvogt bis Zugtiere. Die Nienhagener Bauern hatten nämlich im Rahmen der Hand- und Spanndienste ihre Fuhrwerke für den Eicklinger Würdenträger zu stellen. Lange her. Inzwischen hat sich Neues, mittlerweile aber auch schon wieder Vergangenes eingestellt, die Kali- und Erdölförderung. Dank Öl, Wintershall und Elwerath war Nienhagen mal das reichste Dorf weit und breit! Heuer plauderte über Landwirtschaft und Pastoren, während er durch die gegenüberliegende evangelische Laurentiuskirche führte. Er nannte wichtige Namen und Zahlen, die zur um 1220 einsetzenden Ortsgeschichte gehören. Etwa den des Baron von Campe oder des Bohrpioniers Anton Raky. Die berühmte Klosterstifterin Agnes von Landsberg ist 1266 in Wienhausen gestorben. Die Laurentiuskirche wurde 1955 umgebaut. Der Heimatverein, dem die Gemeinde die alte Schule überlassen hat, besteht seit 1985. Nach dem Umbau 2001/2005 hat sie vielerlei Funktionen als Museum, Archiv, gastfreundlicher Veranstaltungsort. Kaffee und Kuchen im ehemaligen Klassenzimmer hat den Eicklinger Radfahrern bestens geschmeckt. Nach der Rückkehr, übrigens bei bestem Sonnenscheinwetter, versammelte man sich zum Grillabend in „Use Hus“. Hier finden unsere Sitzungen und Archivarbeit statt, Gelegenheit also, das ehemalige Feuerwehrgerätehaus von Groß Eicklingen den Mitgliedern vorzustellen. Und den Wunsch des Heimatvereins, es mit Hilfe der Gemeinde und öffentlicher Gelder möglichst bald umgestalten zu können.

sff

Weihnachtsmarkt in Eicklingen
am 17. Dezember

Vortrag im November:
Euthanasie im Celler Land

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