Vorweihnachtlicher Abend

 Oma unter dem Engelshaar
 und 187333 Tannennadeln

Überraschung kurz vor dem vierten Advent: Es gibt auch eine fünfte Kerze. Andernorts gar eine sechste. Um das zu erleben, muss man nach Irland fahren. Oder sich bei orthodoxen Gläubigen umschauen. Die Iren lieben auch bedeutungsvolle Farbvariationen: drei Kerzen lila, eine rosa, eine weiß. Mit derlei verblüffenden Fakten wartete der Anekdoten-Sammler Bernhard Meißner am vorweihnachtlichen Abend bei Schumacher auf. Einleitend hatte Erhard Köneke auf die unterschiedlichen Weihnachtswünsche von Jung und Alt verwiesen. Er schilderte zudem eine tiefsinnige Diskussion zwischen Streichholz und Kerze.

Viele Lieder gehörten zum Abend, von „Alle Jahre wieder“ bis „O du fröhliche“, alle stimmungsvoll vom Akkordeonspieler Dieter Grete begleitet. Dritter und wieder mal unverzichtbarer Akteur des Abends war der „plattdütsche“ Friedrich Oberste-Lehn. Fritz gab die Geschichte vom reparierten drehbaren Weihnachtsständer zum Besten: Das Gerät funktiert zunächst, gibt dann aber Gas, ist nicht mehr zu bremsen, Chaos im Wohnzimmer, schließlich bedecken Lametta und Engelshaar die nun gar nicht mehr begeisterte Oma. Der Baum liegt umgekippt auf dem Boden und Fritz‘ Zuhörer (fast) unter den Tischen. Um dann wieder brav Platz zu behalten: Schumachers fuhren die traditionellen Gedecke auf und schenkten Kaffee aus.

Noch mal zurück zu Meißners Anekdotenschatz. Das Wienhäuser Original berichtete – „nur damit sie das mal gehört haben“ – vom früheren Heirats- und Tanzverbot während der Adventszeit. Das Rot und Grün der Kerzen und des Adventskranzes stehen für das Blut Christi und die Hoffnung. Aufgehängte grüne Zweige waren früher ein Abwehrmittel gegen Geister.

Woher hat die Nordmanntanne ihren Namen? Der Finne Alexander von Nordmann (1803-1866) hat sie im Kaukasus entdeckt, daher heißt sie seit 1842 so. In Deutschland werden 25 Millionen Weihnachtsbäume geschlagen und aufgestellt. Weiter ging‘s im Plauderton über Nussknacker im Erzgebirge über stark frequentierte Weihnachtspostämter bis zu tonnenschweren Rekordstollen. Auch das noch: Studenten haben an einer 1,63 Meter großen Tanne 187333 Nadeln gezählt! Das kostet Zeit! Also Finger weg von den Nadeln und drehbaren Weihnachtsbaumständern! Der Heimatverein wünscht allen Eicklingern eine geruhsames Fest.

Nicht vergessen: Wir sehen uns am 26. Dezember (2. Weihnachtstag) um 18 Uhr zu Weihnachtsabschlussandacht am Dorfbrunnen.

[sff]

Weihnachtsmarkt in Eicklingen
am 17. Dezember

Vortrag im November:
Euthanasie im Celler Land

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