Seeräubergeschichten

Hamborger Veermaster
schipperte durch Könekes Diele

Hartmut Gebhardt und Eugen Jost (Akkordeon) griffen mit gesungenen und gesprochenen Seeräubergeschichten in Köneckes Diele weit in die Geschichte zurück. Zum Beispiel Klaus Störtebecker: Er war zunächst im Dienst des schwedischen Königs auf der Ostsee unterwegs und durchbrach in dessen Auftrag die Seesperre der damals mächtigen Dänen. Erst später, so Gebhardt, handelte Störtebecker „auf eigene Kasse“. Anders gesagt: Er wurde Seeräuber in der Nordsee, und in dieser Rolle ist er bekannter. Das ging nicht ewig gut, Klaus und seine Vitalienbrüder wurden gefasst und in 1401 Hamburg geköpft. Weitere legendäre oder ausgedachte Gestalten segelten über Könekes Diele, von Anna Bonny und Mary Read (Seeräuberinnen!) bis zu Käpt’n Byebye und Käpt’n Killer. Die Seefahrt hat bekanntlich auch weit schönere Seiten, vor allem Lieder wie etwa die „Kleine weiße Möwe“, „Seemann, deine Heimat ist das Meer“, „Hamborger Veermaster“ oder „An der Nodseeküste“. Was Wunder, dass Hartmut Gebhardt nicht der einzige Sänger des Abends war, sondern munter von der Gästerunde unterstützt wurde.

Der Abend war an Fritz Grasshoff (1913-1997) angelehnt, der nach dem Krieg zwei Jahrzehnte in Celle lebte und als Zeichner, Maler, Schriftsteller und Schlagertexter arbeitete. Die Veranstaltung bot sowohl schweren Tiefgang wie auch – „blow, boys blow“ – lockeres Wellengekräusel. Sangen einst Hans Albers und Freddy Quinn „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“, so lässt das etwas umdeuten: Hartmut Gebhardt und Eugen Jost nahmen den Heimatverein mit auf eine abwechslungsreiche Reise. Fernweh inklusive.

sff

 

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am 17. Dezember

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