Müden liegt da,
„wo Kaffee und Milch zusammenfließen“

Der Heimatverein „Altes Amt Eicklingen“ fuhr am 28. Mai in den östlichsten Teil des „alten Amts“: Müden an der Aller (es gibt noch ein Müden an der Mosel und Müden an der Örtze) gehörte früher zur Amtsvogtei Eicklingen.

Die Radfahrer, die am Amtshof Eicklingen (wo sonst?) gestartet waren, fühlten sich denn auch gleich irgendwie heimisch. Das einzig Trennende ist eigentlich nur die Landkreisgrenze Celle/Gifhorn. In Müden mündet die Oker in die Aller, aber auch das ist von Menschen gemacht. Es gilt als erwiesen, dass es mehrere mäandrierende Okerarme gegeben hat, einer davon tangierte Sandlingen und floss am Sunder vorbei nach Bockelskamp. Auch hier könnte vor gut 1000 Jahren die Mundburg des Hildesheimer Bischofs Bernward gestanden haben – Müden indes nimmt die Burg für sich in Anspruch. Seit Anfang der 1990-er Jahre macht ein Schild am Ortseingang von Müden darauf aufmerksam. Die Eicklinger marschierten an dem Schild vorbei zum Zusammenfluss der dunklen Aller und hellen Oker. Der Volksmund: „Hier fließen Kaffee und Milch zusammen“. Die örtliche Farbenlehre erklärt sich aus dem Herkommen der beiden Flüsschen aus Moor (Aller) und Harz (Oker).

Nach der Begehung des nahen Okersperrwerks kehrten die Radler in den historischen Ortskern zurück, der mit der fast 1000 Jahre alten evangelisch-lutherischen St. Petri-Kirche, Bürgerhaus, Haus der Kirche und ehemaligem Pfarrwitwenhaus sehr attraktiv ist. Christhardt Meyer vom Kultur- und Heimatverein Müden (auch kurz KuH genannt) führte anschließend durch das in einem 1830 erbauten Fachwerkhaus eingerichteten Heimatmuseum. Innen wie auch auf dem Freigelände ist dörfliches Leben der vergangenen 100 und mehr Jahre nachzuempfinden. Im Backhaus wurde Butterkuchen gegessen und Kaffee mit Milch – echter Kaffee, kein Moorwasser! – genossen.

Den Abschluss machte ein Besuch in der Kirche, die reichlich Fachwerk und Epitaphien sowie eine schöne Orgel aufzuweisen hat.

Der Tag war nach der Rückkehr in Eicklingen noch nicht beendet, auf Könekes Hof wurde gegrillt und geklönt.

[sff]

Weihnachtsmarkt in Eicklingen
am 17. Dezember

Vortrag im November:
Euthanasie im Celler Land

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