Besuch beim Weltmeister
und beim Praxis-Spezialisten

Was ist denn, bitte schön, ein Turnbockgurt, und zwar mit LV-Griffen? Ein Untergurt für Rollenanzug? Patentlongiergurt? Ohrenmütze und Nasenhalfter– das klingt dem Laien schon mehr nach Pferd. Den Teilnehmern an der Betriebsbesichtigung bei Sattlermeister Ekkert Meinecke boten sich etliche Aha-Erkenntnisse. Nun ja, die junge Voltigier-Generation – der, zugegeben, die Mitglieder des Heimatvereins nicht mehr angehören – könnte diese Begriffe sofort einsortieren. Apropos einsortieren: Der Verkaufsraum der Familie Meinecke an der Braunschweiger Straße macht einen außerordentlich aufgeräumten Eindruck. Hier die Sättel, dort die Trensen, Reitgerten, Jacken, Kappen… Und dann ein Schrank voller Pokale. Doch halt: unverkäuflich! Es sind die Trophäen eines erfüllten Sportlerlebens, die Ekkert Meinecke mit seinem Zweispänner bis auf den Weltmeisterthron brachte. 1985 war das, in England. Hinter dem Verkaufsraum die Werkstatt, so etwas wie das Allerheiligste: Hier wird mit acht Angestellten für den Weltmarkt produziert. Richtig: Weltmarkt. Meinecke gehört auf dem Gebiet des Voltigier-Sports zu den beiden ganz großen Produzenten. 80 Prozent seiner Produkte gehen in den Versand, berichtete Ekkert Meinecke, der auch etliche Patente hält. Und auch noch sechs Pferde – die Kutschen der Familie gehören zum Ortsbild und zur Feldmark. Besonders attraktiv für die Besucher: Meinecke hatte unzählige Alben ausgelegt, die die weltweiten Kontakte fotografisch belegen.

Ortswechsel mit dem „Drahtesel“: Von Klein Eicklingen ging es nach Groß Eicklingen zur Tischlerei Buchholz GmbH. Dörthe Buchholz und Bernd Buchholz-Lange führten durch den 110 Jahre alten Betrieb, der ursprünglich eine Stellmacherei war. Helmut Buchholz nahm 1972 den Bau- und Möbeltischlereibetrieb auf, und nun setzte eine steile Erfolgskurve ein. Mehrere Neubauten und Produktionsstätten-Erweiterungen auf 1700 Quadratmeter, und ab dem Jahr 2000 ein (mittlerweile erweiterter) Ausstellungsraum. Seit 1992 leiten Bernd und Dörthe Buchholz das Unternehmen, dass sich bereits 1980 sehr erfolgreich auf die Einrichtung von Arztpraxen spezialisiert hat. Und zwar überregional. Bernd Lange berichtete von drei Schwerpunkten: Man liefert besonders in den Hamburger Raum, nach Frankfurt/Main sowie in die Region Halle/Leipzig. Früher bediente man sich noch der Unterstützung von Architekten, seit einigen Jahren plant die Buchholz GmbH selbst – alles aus einer Hand. Gegenwärtig arbeiten bei Buchholz 28 Fachkräfte. Die Auslieferung und Aufbau vor Ort besorgen in der Regel zwei (gelegentlich auch drei) Mitarbeiter per Lkw. 90 Prozent der Praxismöbel bestehen aus kunststoffbeschichteten Spanplatten. Den Besuchern wurde eine große Maschine vorgeführt, die computergesteuert und vollautomatisch eine runde Platte aussägte und mit einer Kunststoffkante versah. Moderne Fertigungsmethoden also, und zum Anschauen viel Informationsmaterial und aufgebaute Möbelvarianten. Kontrastreich die Ausstellung im alten, denkmalgeschützten Zweiständehaus: moderner Gynäkologen-Stuhl neben uralten Eichenbalken. Die informative Besichtigung endete gemütlich bei Kaffee und Kuchen – auch das können die Buchholz‘! – in der großen Halle.

Beiden Betrieben sei nochmals herzlich gedankt!
Weitere Informationen: sattlerei-meinecke.de und buchholz-gmbh.de

[sff]

Weihnachtsmarkt in Eicklingen
am 17. Dezember

Vortrag im November:
Euthanasie im Celler Land

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