Episoden aus der Geschichte des Gutes Eicklingen

Karin Schumacher berichtete beim Heimatverein

Wie bedeutend auch mal ein „örtliches Thema“ sein kann, zeigte die Zahl von über 70 interessierten Besucherinnen und Besuchern, von denen sich einige im Laufe des Abends in lebendiger Diskussion und mit eigenen Erlebnissen rund um das Gut Eicklingen einbrachten!

Karin Schumacher hatte einen unterhaltsamen Vortrag zusammengestellt, in dem sie den Fokus insbesondere auf die familiären Entwicklungen auf dem Gut mit deren Bedeutung für den gesamten Ort gelegt hatte.

Ein Blick in die Eicklinger Chronik offenbart, dass es bislang noch nicht gelungen ist, die „ganze Geschichte“ des Gutes abzubilden. Es ist aber bekannt, dass im Jahr 1330 Edvard von Mahrenholz zwei Höfe kaufte, die vermutlich den Grundstock des Gutes bildeten. 1534 gab Herzog Ernst der Bekenner der Familie von der Wense das Versprechen, dieses Gut in dem Fall als Lehen übernehmen zu können, wenn in der Familie von Mahrenholz kein männlicher Erbe mehr zur Verfügung steht. Das war dann im Jahr 1655 soweit und fortan übernahm Familie von der Wense das Geschehen.

Mit den Pächtern Sophie und August Thiele nahm ab 1910 das Leben auf dem Gut einen größeren Einfluss auch auf die gesamte familiäre Weiterentwicklung Eicklingens. Drei ihrer Töchter heirateten im Dorf: Rosa den langjährigen Bürgermeister Wiedenroth, Auguste den großen Bauern Pröve und Elsbeth den Gastwirt Schumacher – Familien, durch deren Nachkommen Eicklingen in nachhaltiger Weise geprägt wurde.

Das Leben und Arbeiten dieser Familien sowie der weiteren Pächter Hemme und Kobbe, deren Nachfahren dem Ort ebenfalls treu blieben, stellte Karin Schumacher anschaulich mit vielen Bildern dar. Die Familie Kobbe sollte dann auch der letzte landwirtschaftliche Betreiber auf dem Anwesen sein.

Im Jahr 1979 kaufte Familie Eicke das mittlerweile recht baufällige Anwesen. Ein echtes Wagnis. Und es waren viele Investitionen nötig, wie die Familie später berichtete. Aber man hatte sich sofort in das Drumherum mit dem schönen alten Baumbestand verliebt. Im Jahr 1995 „schloss sich der Kreis“ sprichwörtlich wieder. Denn mit Helmut Pröve und dessen Frau Erika übernahm ein Enkel der früheren Pächter Thiele das Gut. Seither lockte das Café im Gut viele Besucher in die historischen Räume. Wie auch etliche weitere Veranstaltungen zu den Eicklinger Schützen- und Dorffesten. Das alles bis zum Jahr 2021.

Und heute….. laufen die Planungen zur Nutzung des Geländes als Alten- und Pflegeheim.

(wb)